Kribbeln in den Füßen, Taubheitsgefühle in den Händen oder brennende Schmerzen in den Beinen – all das können Anzeichen einer Polyneuropathie sein. Diese Erkrankung betrifft die Nerven des sogenannten peripheren Nervensystems, also jene, die außerhalb von Gehirn und Rückenmark liegen. Sie spielt sich also dort ab, wo unsere Nerven den direkten Kontakt zur Außenwelt haben – und genau hier können gezielte Behandlungen aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) wertvolle Unterstützung bieten.
Wenn die Nerven aus dem Gleichgewicht geraten
Polyneuropathie ist keine einheitliche Erkrankung, sondern beschreibt ein komplexes Beschwerdebild mit vielen möglichen Ursachen und Formen. Manche Betroffene spüren nur ein leichtes Kribbeln, andere leiden unter starken Schmerzen oder verlieren das Gefühl für Wärme, Kälte oder Berührung. Auch Muskelkraft und Koordination können eingeschränkt sein.
Aus Sicht der TCM zeigt sich in diesen Symptomen ein Ungleichgewicht im Energiefluss des Körpers. Ziel der Akupunktur ist es, diese Balance wiederherzustellen und den Fluss des Qi – der Lebensenergie – zu harmonisieren. Dadurch kann der Körper seine natürlichen Regenerationskräfte besser aktivieren.
Ursachen und Auslöser
Polyneuropathie kann angeboren sein oder im Laufe des Lebens entstehen. Besonders häufig tritt sie als Folge von Diabetes oder übermäßigem Alkoholkonsum auf. Doch auch Nährstoffmangel, Gifte, Infektionen oder Nierenerkrankungen können die Nerven schädigen. Die Schulmedizin kennt inzwischen über 200 mögliche Auslöser.
Gerade weil die Ursachen so unterschiedlich sein können, bietet die TCM mit ihrem ganzheitlichen Ansatz einen besonderen Vorteil: Sie betrachtet nicht nur die Symptome, sondern den gesamten Menschen – mit seiner individuellen Konstitution, Lebensweise und Belastungssituation.
Diagnose in der Chinesischen Medizin
Bevor eine Behandlung beginnt, steht eine sorgfältige Diagnose. In der TCM werden dazu Zunge und Puls untersucht. Farbe, Belag und Pulsqualität geben Hinweise darauf, welche energetischen Ungleichgewichte im Körper bestehen. Ergänzend hilft ein ausführliches Gespräch, um die individuellen Beschwerden und Lebensumstände besser zu verstehen.
Akupunktur bei Polyneuropathie
Akupunktur kann bei Polyneuropathie den Energiefluss anregen und so die Durchblutung und Versorgung der Nerven unterstützen. Durch das Setzen feiner Nadeln an ausgewählten Punkten wird der Körper sanft stimuliert, seine Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Häufig wird die Akupunktur mit Moxibustion kombiniert – einer Wärmebehandlung, die den Energiefluss zusätzlich stärkt.
Bei Schmerzen, Taubheitsgefühlen oder Krämpfen werden unterschiedliche Punkte gewählt, je nachdem, welche Symptome im Vordergrund stehen. So entsteht für jede Patientin und jeden Patienten eine individuell abgestimmte Therapie.
Kombination verschiedener Heilmethoden
Neben der Akupunktur kommen in der TCM auch andere Behandlungsmethoden zum Einsatz. Besonders bewährt hat sich die chinesische Arzneimitteltherapie. Dabei wird eine persönliche Kräutermischung zusammengestellt, die als Tee eingenommen wird. Sie kann den Körper von innen stärken und die Wirkung der Akupunktur ergänzen.
Auch Ernährung, Bewegung und Entspannung sind wichtige Bestandteile einer umfassenden Behandlung. Gemeinsam tragen sie dazu bei, Körper und Geist zu stabilisieren und das Wohlbefinden zu verbessern.
Ganzheitliche Unterstützung in der Praxis
In meiner Praxis in Bremen stimme ich jede Behandlung individuell auf die jeweilige Lebenssituation und die Symptome ab. Die Kombination aus Akupunktur, Kräutertherapie, Ernährungsempfehlungen und sanften Bewegungstechniken kann den Körper dabei unterstützen, die Regeneration der Nerven anzuregen und die Lebensqualität nachhaltig zu verbessern.
Möchtest du mehr darüber erfahren, wie Akupunktur und Chinesische Medizin bei Polyneuropathie helfen können? Dann vereinbare gerne einen Termin für ein persönliches Gespräch in meiner Praxis.

